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Rutsche

Rutsche

Eine Lieblingsbeschäftigung von Kindern und "erwachsenen Kindern" ist das Rutschen. Wer erinnert sich nicht daran, als Kind jede verbotene Gelegenheit zum Rutschen wahrgenommen haben, die langen schwarzen Gummigriffbänder von Rolltreppen oder im Winter die Schulranzen bei Schnee bergab. Auf einem so genannten "Arschleder" rutschten früher sogar die Bergarbeiter in den Schacht hinunter.

Ein Spielplatz ohne Rutsche ist kein Spielplatz, denn rutschen können Babies schon, bevor sie laufen lernen. Auf dem Spielplatz findet man die Bockrutschen, bei denen eine Trittleiter nach oben zur Rutsche führt. Die metallene Rutschfläche ist leicht gerundet, die Oberfläche glatt poliert, damit es so richtig "abgeht"! Die Biegung ist so gestaltet, dass auf die waagerechte Startfläche ein Teil mit starker Abwärtskrümmung folgt und erst ganz unten wieder eine sanfte Biegung zur Waagrechten, damit das rutschende Kind mit sanftem Schwung im Sand landet. Das Vergnügen beim Rutschen entsteht aus dem Gefühl des freien Fallens, das vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr, vor allem bei Kindern, als angenehmer Reiz der Fast-Schwerelosigkeit außerhalb von Zeit und Raum empfunden wird. Deswegen ist auch das Schaukeln oder Wiegen bei Babies so beliebt.

Auf öffentlichen Spielplätzen herrschen strikte Sicherheitsvorschriften, denn alle Rutschen müssen vom TÜV abgenommen sein, um Sicherheitsrisiken beim Rutschen auszuschließen. Die Ränder müssen hoch genug sein und die Kurven korrekt geformt, so dass kein Kind jemals über den Rand hinausgetragen werden kann. Gerade bei den großen Wasserrutschen in Schwimmbädern sind in den letzten Jahren die Sicherheitsmaßnahmen überprüft und erhöht worden, da es doch einige Male durch unsachgemäßen Gebrauch zu Unfällen mit erheblichen Körperverletzungen kam. Am besten sind daher für Bäder und Thermen die geschlossenen Röhren geeignet, das "schwarze Loch", durch das man auf einer mit Wasser bespülten Fläche auf dem Rücken oder Bauch mithilfe von Aquaplaning ein aufregendes Tempo erreicht, bevor man aus dem Dunkel in die Fluten des Schwimmbeckens ausgespuckt wird. Bei Kleinkindern ist sehr darauf zu achten, dass sie nicht beim Ankommen im Becken untergehen und vor Schreck viel Wasser schlucken. Wenn die Erwachsenen gemeinsam mit ihrem Nachwuchs das Vergnügen Hals über Kopf genießen, sollten sie die Kinder nie aus den Augen lassen, denn halsbrecherische Ideen der abenteuerlustigen Sprösslinge können zu waghalsigen Mutproben mit Unfallfolgen führen.

Heutzutage locken Kurorte mit Erlebnisthermen und Wellnessparks wetteifern mit der Größe und den Serpentinen ihrer Riesenrutschen, die Städte mehr mit Abenteuerspielplätzen. In einer deutschen Großstadt haben Kinderfreunde Autoreifen gesammelt und mit einer Anbaurutsche zu einer tollen Rutschanlage gestaltet. Manchmal können in mehreren Bahnen mehrere Personen simultan nebeneinander rutschen, was das Vergnügen vervielfacht. Je schneller es bergab geht, desto grösser natürlich die Herausforderung und der Spaß für alle Beteiligten.